Ressourcenboom, soziale Krise, Zerstörung natürlicher Lebensgrundlagen und staatliche Repression gegen kritische Stimmen kennzeichnen nicht nur die aktuelle Entwicklung in vielen Ländern des Globalen Südens, sondern lassen sich auch im krisengebeutelten Süden des reichen Europa beobachten.
Seit 2012 entsteht auf der griechischen Halbinsel Chalkidiki als gigantischer Tagebau eine riesige Goldmine. Die Firma Hellas Gold, ein Tochterunternehmen des kanadischen
Minenunternehmens Eldorado Gold, hat im Jahr 2011 für 11 Millionen Euro die Schürfrechte für die Kassandra-Minen im Südosten der Halbinsel erworben. Der Deal zwischen Hellas Gold, dem griechischen Baumogul Georgios Bobolas und dem ehemaligen Staatssekretär und heutigen Oberbürgermeister der Gemeinde, Aristoteles Christos Pachtas (PASOK), steht unter Korruptionsverdacht.
Doch der Plan erzeugt Gegenwehr! Mehrere Initiativen gegen das Bergbauprojekt wenden sich sowohl gegen die weiträumige Zerstörung der Landschaft als auch gegen die Gefahren für die Menschen durch zyanidvergiftetes Wasser, Luftverschmutzung und die irreversible Zerstörung der Wälder. Der Widerstand vor Ort wird allerdings mit Repression überzogen: Hunderte von Menschen sind wegen Terrorismus angeklagt, mehrere Aktivist_innen waren über Monate in Haft. Die Prozesse kosten die Tagebaugegner_innen enorme Geldsummen.
Marina Karastergiou vom Koordinationskreis der Trägervereine in Ierissos und Ioannis Deligiovas vom Kampfkomitee Megali Panagia kommen nach Deutschland, um über die Konsequenzen dieses rücksichtlosen Eingriffs in die Natur und ihre Erfahrungen des Widerstands, über die Unterstützung, Vernetzung und transnationale Organisierung ihrer politischen Arbeit zu sprechen. Kurz: Es geht um nicht weniger als um einen neuen Internationalismus in Zeiten der europäischen Krise.
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